Engstellen (Stenosen) der Halsschlagadern
(Carotis) und das Risiko
Schlaganfall
In Deutschland leben ca. 1 Million Menschen mit einer Karotisstenose (Engstelle der Halsschlagader) von mehr als 50%. Von den ca. 170.000 Schlaganfälle/Jahr in Deutschland treten ca. 20% aufgrund einer Engstelle der Halsschlagader auf, d.h. ca. 30.000/Jahr. Die Ursache sind Partikel oder Blutgerinnsel, die sich von der Engstelle lösen und Arterien im Gehirn blockieren. Die Folge ist ein Schlaganfall (Hirninfarkt).
Ist bisher kein Schlaganfall erfolgt, beträgt das Schlaganfallrisiko einer mindestens 70% Engstelle 2-5% / Jahr. Ist bereits ein Schlaganfall erfolgt, beträgt das Risiko für einen weiteren Schlaganfall bei einer mindestens 70% Engstelle zwischen 10-15% im 1. Jahr. Daher sollte eine höher-gradige Engstelle an den Halsschlagadern beseitigt werden. Anhand des folgenden Diagramms wird das Vorgehen noch einmal verdeutlicht.
Hierzu gibt es die gefässchirurgische Methode der operativen Ausschälung (Thrombendarterektomie) oder alternativ die Ballondilatation mit Stentimplantation. Operationen werden seit 1953 (De Bakey/Eastcott) durchgeführt. Die Ballondilatation mit Stentimplantation wird aufgrund neuer Techniken und Materialien zunehmend eingesetzt. Wird eine Engstelle mittels Ballon und Stent beseitigt, so wird häufig ein Schutzsystem (z.B. Filter) eigesetzt, um Partikel, die sich bei dem Eingriff lösen könnten, aufzufangen. Dadurch wird ein Schlaganfall als Komplikation während des Eingriffs vermieden.

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