Während bei Verdacht auf eine Koronarkrankheit und bei einer stabilen Angina pectoris vor einer Herzkatheteruntersuchung zu Recht weitere Untersuchungen (s.o., Belastungs-EKG) deren Notwendigkeit untermauern sollen, ist bei einer instabilen Angina, erst recht bei einem Herzinfarkt die rasche, u.U. auch notfallmäßige Katheteruntersuchung in der Nacht am Wochenende, absolut notwendig.
Wird "nur" eine diagnostische Untersuchung vorgenommen, d.h. kein Befund festgestellt, der eine PTCA nach sich zieht, oder ergibt sich ein Befund, der durch eine Bypassoperation behandelt werden kann, ist die Katheteruntersuchung nach 10 bis 15 Minuten beendet. Nach einer Ruhephase von 60 bis 90 Minuten kann man wieder aufstehen. In Abhängigkeit vom Befund, einer stabilen Kreislaufsituation und bei wenig bedeutsamer Begleiterkrankung, kann man nach diagnostischer Katheteruntersuchung nach Hause gehen. Allerdings muß die Punktionsstelle am Folgetag auch beim Hausarzt kontrolliert werden.
Eine Risikominimierung der Herzkatheteruntersuchung ist vordringliches Ziel. Dazu gehört das Vermeiden unnötig vieler „Szenen“ der Untersuchung um Strahlung und Kontrastmittelverbrauch einzuschränken, die Verwendung möglichst dünner Katheter. Moderne Röntgengeräte arbeiten durch spezielle Technik mit sparsamer Strahlendosis, so dass eine Routineherzkatheteruntersuchung mit weniger Strahlung als eine CT-Untersuchung auskommt.
Wichtig zur Risikoeinschränkung sind erfahrene Untersucher. Durch große Zahl an Untersuchungen in unserer Institution sind alle damit befassten Ärzte seit mehreren Jahren sowohl mit diagnostischer wie mit therapeutischer Kathetertechnik vertraut und keine Anfänger. Durch interne Diskussion und Kritik wird stetig untereinander die hohe Qualität der Untersuchungsverfahren kontrolliert – neben externer Qualitätskontrolle. Dadurch konnten wir auch einen international beachteten Kurs für Kathetermaßnahmen einmal jährlich anbieten.
| zurück |
