Auf jeden Fall muss mit einem Eingriff in die Blutgerinnung das bei Vorhofflimmern erhöhte Risiko einer Embolie von Gerinnselteilchen aus dem Herzen verhindert werden, d.h. die Dauertherapie mit Marcumar ist notwendig. Gleichzeitig wird mit Medikamenten aus der Gruppe der ß-Blocker ein Herzkammerrhythmus im physiologischen Bereich zwischen 60 und 80/min angestrebt.

Ist mit medikamentöser Therapie keine ausreichende Lebensqualität bei chronischem Herzfehler erzielbar, kann der Herzchirurg bei einer Operation eine Herzklappenrekonstruktion vornehmen. Dies ist heute Standard. Nur wenn eine Rekonstruktion nicht möglich ist, muss die Herzklappe ersetzt werden. Es gibt sowohl für sogenannte künstliche wie biologische Klappen als Prothese gute Argumente. Im Einzelfall kann der Herzchirurg ihnen dies auch anhand von Modellen erklären.

Als Alternative wird bei einer reinen Mitralinsuffizienz der Einsatz eines Stützrings in die große Herzvene mittels eines Katheterverfahrens erprobt sowie ein partieller Verschluss der beiden Mitralsegel mit einem Klipp. Diese Verfahren sind aber noch in der Erprobung und auch in Zukunft nur für wenige geeignet.

Der reine Ersatz (ohne zusätzliche Bypass-Operation) der verengten Aortenklappe ist auch in hohem Alter möglich und wird häufig vorgenommen bei niedrigem Risiko. Bei zusätzlichen Begleiterkrankungen (Lunge, Wirbelsäulenverkrümmung, vorgeschädigte Niere oder andere Organe) und dadurch erheblich erhöhtem Operations- und Narkoserisiko erscheinen zum operativen Aortenklappenersatz mit Gebrauch der Herz-Lungen-Maschine als Alternative der Klappenersatz mit einem Katheter von der Leiste oder mit einem kleinem Einschnitt am Brustkorb und Eröffnen der Herzkammer zur Klappenprothesenapplikation in Zukunft möglich zu sein.

Bei akuter Endokarditis gibt es keine Alternative zum raschen, u.U. notfallmäßigen, operativen Klappenersatz.

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