Eine unzureichende Öffnungsmöglichkeit der Aortenklappe ist die Aortenstenose. Diese tritt bevorzugt auf in höherem Lebensalter aufgrund einer langsam fortschreitenden Degeneration über Jahre bis Jahrzehnte. Sehr oft bleibt die Erkrankung unbemerkt, erst im Spätstadium kommt es zu Belastungsatemnot, auch Angina pectoris. Typisch sind Ohnmachtsanfälle bei Anstrengung, da die verengte Klappe dann nicht mehr ausreichend Blut zur Gehirnversorgung passieren lässt.
Mitralklappenerkrankung
Auch hier können Mitralstenose als Verengung und Mitralinsuffizenz als Klappenundichtigkeit auftreten. Im Allgemeinen ist der Verlauf und das Beschwerdebild bei der Mitralstenose von langsamer Progredienz (Belastungsatemnot). Eine Mitralinsuffizenz kann sich auch bei einer Endokarditis akut einstellen. Ebenso akut ist eine Mitralinsuffizenz, die im Zusammenhang mit einem akuten Infarkts auftreten kann. Als Folge einer Vergrößerung der linken Herzkammer erweitert sich der Halteapparat der Mitralklappe, die beiden Segel können sich im geschlossenen Zustand nicht mehr aneinander adaptieren und ein Teil des Blutes fließt bei Kontraktion der linken Herzkammer in den Vorhof. Eine chronische Mitralklappenerkrankung ist durch die resultierende Vorhoferweiterung oft mit dem Auftreten von Vorhofflimmern als Rhythmusstörung verbunden.
Therapie von Herzklappenerkrankungen
Bei geringgradiger Ausprägung von Herzklappenveränderungen, wenn eine Atemnot lediglich bei sehr starker Anstrengung auftritt, wird im allgemeinen keine medikamentöse Therapie eingesetzt. Bei Symptomen bei leichter Belastung kann bei Mitralfehlern eine entwässernde Medikation helfen, bei Aortenfehlern ist zunächst nur Meidung starker Anstrengung angebracht. Neben der Beobachtung einer Leistungsminderung ist eine regelmäßige kardiologische Kontrolle aber notwendig. Besonders das Auftreten von Vorhofflimmern muss behandelt werden. Bei kleinem Vorhof kann der Versuch einer Rhythmisierung medikamentöse oder mit einem Elektroschock gerechtfertigt sein.
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