Bei gefährdeten Menschen mit vorgeschädigter, aber noch ausreichend funktionierender Herzklappe, ebenso bei bereits erfolgter Herzklappenoperation, besteht ein erhöhtes Risiko, dass Keime im Blutstrom an der vorgeschädigten Klappe haften bleiben. Dies können auch sonst harmlose Keime sein, wie sie im gesamten Verdauungstrakt anzutreffen sind. Deshalb muss bei zahnärztlichen, urologischen oder gynäkologischen Eingriffen u.U. eine antibiotische Vorbehandlung erfolgen. Ggf. können Sie oder der behandelnde Arzt uns auch telefonisch konsultieren.

Aortenklappenerkrankungen

Neben einer akuten Entzündung (s.o. Endokarditis), die zu einer akuten Klappenundichtigkeit (Aorteninsuffizienz) führt, ist die Aortenklappe betroffen bei Erkrankungen der Körperschlagader (Aorta). Dies kann sich langsam einstellen. Bei langjährigem unzureichend behandeltem hohem Blutdruck erweitert sich die Aorta, so dass das Gerüst der Aortenklappe mit in die Erweiterung einbezogen sein kann. Gefährlicher ist, auch bei hohem Blutdruck bevorzugt auftretend, ein akuter Einriss der aufsteigenden Aorta, der die Funktion und Integrität der Aortenklappe miterfasst. Es besteht ohne Behandlung akute Lebensgefahr. Dies kann z.B. auch bei Bindegewebserkrankungen auftreten, wie beim Marfan-Syndrom. Wobei betroffene im allgemeinen über das Risiko aufgeklärt sind. Ein relativer Schutz vor Einrissen der Aorta ist ein optimal eingestellter Blutdruck.

Ein chronische Aortenklappeninsuffizienz besteht oft unbemerkt. Erst im fortgeschrittenen Stadium macht sie sich z.B. durch Atemnot bei Belastung bemerkbar. Deshalb muss eine leichte Form regelmäßig mit dem ECHO mit Ultraschall kontrolliert werden. Die Gefahr liegt in der Erweiterung der linken Herzkammer durch eine vermehrte Volumenbelastung, die durch eine zu spät erfolgte operative Korrektur nicht mehr rückgängig zu machen ist.

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