Diagnostik
Ein nur gelegentlich erhöht gemessener arterieller Blutdruck erlaubt keine sichere Diagnose, sollte aber weiter beobachtet werden, in einigen Fällen gibt es auch eine Weißkittel- oder Praxishypertonie genannte Fehlregulation in Zusammenhang mit Arztbesuchen. Zuverlässiger sind regelmäßige Blutdruckeigenmessungen im Alltag, z.B. über 2 Wochen morgens gleich nach dem Aufstehen (nüchtern), mittags und abends; ein solches Blutdruckprotokoll erlaubt eine bessere Einschätzung des Blutdrucks als nur gelegentliche Einzelmessungen.
Zur Diagnosestellung heute unverzichtbar ist die Langzeitblutdruckmessung, der Patient wird über 24 Stunden mit einem automatisch messenden Blutdruckmessgerät versorgt, das an einem Tag unter Alltagsbedingungen tags und nachts etwa 50-70 Messungen durchführt, das so erstellte Blutdruckprofil erlaubt eine wesentlich differenzierte Beurteilung der Blutdrucksituation und des Tagesprofils; so könnte eine fehlende nächtliche Blutdrucksenkung erster Hinweis auf eine gestörte Blutdruckregulation sein, Fehlmessungen durch den Weißkitteleffekt werden vermieden, überschießende Blutdruckanstiege bei körperlichem oder emotionalem Stress können identifiziert werden. Die Langzeit-Blutdruckmessung ist für den Patienten kaum belastbar, sie ist auch gut zur Therapiekontrolle geeignet.
Zum Ausschluss sekundärer Formen einer arteriellen Hypertonie sind Laborkontrollen, Hormonanalysen und Ultraschalluntersuchung der Nierenarterien unverzichtbar, eine primäre arterielle Hypertonie kann erst nach Ausschluss einer sekundären arteriellen Hypertonie zuverlässig diagnostiziert werden.
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